Von: sternenkind.info 

Gesendet: Montag, 09. Jänner 2017 02:36

An: statistik.gv.at

Betreff: Anzeige des Todes

Liebe Frau von statistik.gv.at,

Wird die 'Anzeige des Todes' geschrieben nach erfolgter Totenbeschau? Meines Wissens unterliegen während der Schwangerschaft, Geburt oder kurz danach verstorbene Kinder nicht der Bestattungspflicht, sondern nur auf Wunsch der Angehörigen (vorrangig der Mutter) findet eine Zuführung zu einem Begräbnis oder die Dokumentation am Standesamt statt. Betrifft Fehlgeburten: eine legale unkremierte Beerdigung geht auch ohne Bestatter. Bei Einfachen Begräbnissen (Armenbegräbnissen) sei nur die Ausstellung eines Leichenbegleitscheins - ohne Totenbeschau - notwendig.

Mit anderen Worten: diese Kinder scheinen anschließend nicht in ihrer Statistik auf?!

Mit 1.4.2017 kommt die Dokumentation der Fehlgeburten am österr. Standesamt. Geplant ist eine Widerspruchsregelung, das heißt zeitnah zum Todeszeitpunkt kann die Frau den Eintrag ergänzen, korrigieren oder löschen lassen. Erhalten sie erst nach der Frist die Info?

MFG Sternenkind.info

----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: statistik.gv.at

Gesendet: Monday, 9 January, 2017 09:45

An: sternenkind.info

Cc: "zwei andere weibliche Mitarbeiter von statistik.gv.at

Betreff: AW: Anzeige des Todes

Sehr geehrte Frau Tegenthoff,

Die Anzeige des Todes wird nach erfolgter Totenbeschau ausgefüllt.

Für die Erfassung der Sterbefälle und Fehlgeburten in der Statistik gelten diese Regelungen: Totgeborene und Fehlgeburten

Bis 31.12.1976 galt ein Kind als totgeboren, wenn es mindestens 35 cm lang war und die natürliche Lungenatmung nicht eingesetzt hatte.

Zwischen 1.1.1977 und 31.12.1994 (alte Definition) galt ein Kind als totgeboren oder in der Geburt verstorben, wenn es mindestens 35 cm lang war und weder die natürliche Lungenatmung eingesetzt noch das Herz geschlagen oder die Nabelschnur pulsiert hat. Totgeborene Leibesfrüchte, die weniger als 35 cm lang sind, galten als Fehlgeburten und wurden nicht beurkundet.

Ab 1.1.1995 (neue Definition entsprechend den WHO-Richtlinien) gilt eine Leibesfrucht dann als totgeboren oder in der Geburt verstorben, wenn keines der unter „lebendgeboren“ angeführten Zeichen erkennbar ist und sie ein Geburtsgewicht von mindestens 500 Gramm aufweist. Es gibt aber auch seltene Fälle von Spätaborten (z.B. durch medizinische Indikation), wo die Föten 500g oder mehr Gewicht hatten. Diese werden ebenfalls normal beurkundet.

Totgeborene Leibesfrüchte, deren Geburtsgewicht weniger als 500 Gramm aufweisen, gelten als Fehlgeburten und werden nicht beurkundet. Da die alte Definition mit 35 cm Körperlänge einem durchschnittlichen Geburtsgewicht von etwa 1.000 Gramm entspricht, bedeutet der Übergang zur neuen Definition eine definitorische Erhöhung der Totgeburtenhäufigkeit um etwa ein Drittel. Dieser Bruch in der Zeitreihe ist bei einem Zeitvergleich daher unbedingt zu beachten.

Die gesetzliche Regelung bzgl. Tot- und Fehlgeburt findet sich im Hebammengesetz § 8.

Über eine Neureglung der Dokumentation von Fehlgeburten leite ich Ihre Email an Kollegin mit der Bitte um Beantwortung weiter.

mit freundlichen Grüßen

die 2017 zuständige Mitarbeiter für Totenbeschau

Eindeutige Nummer: 2017-0601101820723, abgesendet über Formular

Betreff: Meldung über Fehl- und Totgeburten an das Amt für Jugend und Familie Anliegen: In Verbindung mit der Dokumentation der Sternenkinder ab 1.4.2017 am österr. Standesamt habe ich erfahren, das es - gesetzlich geregelt - auch eine Meldung an das Amt für Jugend und Familie gibt (für Totgeburten/ geben wird (auch für Fehlgeburten). Erfolgt diese Meldung vor oder nach der Frist, binnen der die Mutter entscheiden kann, ob Sie den Eintrag am österr. Standesamt ergänzt, korrigiert oder gelöscht wissen will?

MFG Sternenkind.info

9.1.2017

Sehr geehrte Frau Tegenthoff!

Laut Auskunft der zuständigen Abteilung erhalten die Regionalstellen Soziale Arbeit mit Familien, seit der Umstellung des Personenstandsregisters auf ausschließlich elektronische Datenverarbeitung, keine Geburtsanzeigen, somit auch keine Anzeigen von Totgeburten mehr. Mit 1. November 2014 erfolgte auf Basis des neuen Personenstandsgesetzes eine Umstellung auf eine neue Datenquelle, das Zentrale Personenstandsregister (ZPR).

Die Kinder und Jugendhilfe (in Wien MAG ELF) hat im Bedarfsfall auch in der Zukunft Zugriff auf das Zentrale Personenstandsregister.

Mit freundlichen Grüßen

eine Sozialarbeiterin MAG ELF Magistratsabteilung 11 - Amt für Jugend und Familie der Stadt Wien - Servicestelle

aktuelle Angaben: Begräbnis bezahlen 2017 , Totenbeschau 2017,

ergänzende Angaben: Totenbeschau, Autopsie etc.

Kein Aprilscherz: Die Dokumentation der Fehlgeburten am österr. Standesamt 2016, Standesamt 2017, kam mit 1.4.2017.