Das die Behörden selbst im Computerzeitalter nicht vernetzt sind oder nicht vernetzt arbeiten, schafft Quellen für Kreatives wie für Fehler.

Krone 28. Nov. 2015

Eine Glückliche Zeit mit ihrer Tochter war einer Mutter nicht vergönnt. Ihr Kind starb mit 3 Monaten. Dass Sie weiter Beihilfe kassierte, war bei einem Prozess Thema.

Angeklagte: "Wollte mich nicht am toten Kind bereichern"

Mutter kassierte zehn Jahre lang zu Unrecht Kinderbeihilfe

Zehn Jahr lang hat eine junge Mutter Beihilfe für ein Kind kassiert, das längst gestorben ist. Das Finanzamt beklagt 27.000 Euro Schaden, der Staatsanwalt spricht von Betrug. Der Prozess offenbart möglicherweise eine Gesetzeslücke, jedenfalls aber eine menschliche Tragödie. Sozialschmarotzerei sieht wohl anders aus.

Im Alter von drei Monaten starb die Tochter am plötzlichen Kindstod. "Wir haben das überall hin gemeldet, jedenfalls an die Gemeinde und die Krankenkasse" sagte die Angeklagte (35) vor Richterin Kuzmany in Wiener Neustadt (NÖ). Offenbar erfuhr das Finanzamt aber nichts davon und zahlte weiter die Kinderbeihilfe aus.

Was die Mutter nicht bemerkt haben will. Denn sie hat noch weitere zwei Kinder, für die erhöhter Pflegebedarf notwendig ist. Und danach richtet sich die Beihilfe.

Diese wird, wie eine Vertreterin der Finanz erklärte, pauschal ausgezahlt.

"Ich hab einfach das, was ich überwiesen bekommen habe, genommen. Ich hab nie nachgerechnet, wie viel mir zustehen würde." beteuert die Frau. Und schluchzend fügt sie dann hinzu: "Ich wollte mich nicht an meinem toten Kind bereichern."

Aufgeflogen ist alles erst durch eine Überprüfung des Arbeitsamtes.

Verteidiger Johannes Zach kritisiert, dass die Behörden nicht vernetzt sind und fragt: "Muss das der Bürger wissen?" - Vertagt.

Die Bürger werden eines Tages nicht nur die Worte und Taten der Politiker zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der Mehrheit.

Dr. Tassilo Wallentin

Die Politik ist eine Bühne, auf der die Sooffleure manchesmal deutlicher zu höhren sind als die Akteure.

Ignatzio Silone

Wahrheiten, die man ganz besonders ungern hört, hat man besonders nötig.

Jean de La Bruyere

Was aber helfen die humansten Gesetze, wenn die Betroffenen diese nicht fristgerecht kennen und daher nicht anwenden können?

Gunnhild Fenia Tegenthoff

Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.

Perikles

„Die mangelnde Barmherzigkeit, die man dem Täter vorwirft, die zeigt man selber.“ Jakob Augstein