Triggerwarnung: Sternenkind.info berichten auf seinen Webseiten, Büchern & Mailing in Wort und Bild über während der Schwangerschaft, Geburt und innerhalb der ersten Lebenswoche verstorbenen Kindern - im ergänzenden Kontex zu Verstorbenen, welche die Ausstellung der eigenen Geburtsurkunde persönlich erlebt haben. User kann der erklärende/ klare Blick erschrecken, fassungslos machen ... Dabei versuche ich nur sichtbar zu machen, was die Politik und die Medizin im Umgang mit Schwangeren, Hirntoten und Verstorbenen uns allen verschweigt. Auch vor während der Schwangerschaft, Geburt und innerhalb der ersten Lebenswoche verstorbenen Kindern  wird in Teilen oder als Ganzes keinen Halt gemacht - und die Angehörigen werden über diese Wahrheiten nicht vorher informiert.

Starb ihr Kind im 1. Drittel der Schwangerschaft, wird ihr Kind eher als Ganzes den Mutterleib verlassen (und eher keinem Begräbnis zugeführt), starb ihr Kind im 2. Drittel der Schwangerschaft, wird ihr Kind während des med. Eingriffes im Mutterleib zerstückelt (und eher keinem Begräbnis zugeführt), starb ihr Kind im 3. Drittel der Schwangerschaft, wird ihr Kind nach verlassen des Mutterleibes, aber vor dem Begräbnis geöffnet, bzw. zerstückelt (und eher einem Begräbnis zugeführt). 

Eine von vielen Forderung von Sternenkind.info: Sternenkinder sollten im Widerspruchsregister sichtbar gemacht werden:

Widerspruchsregister ÖBIG

Der Eintrag ins Widerspruchsregister muss grundsätzlich alle 5 Jahre erneuert werden: In Österreich darf einem potenziellen Spender ein Organ, Organteil oder Gewebe dann entnommen werden, wenn sein Name nicht im Widerspruchsregister steht. Während der Schwangerschaft, Geburt oder innerhalb der ersten Lebenswoche verstorbene Kinder sind – ohne Totenbeschau - ein Gewebe der Frau, die Zuführung zur Totenbeschau erfolgt ausschließlich auf Grund von Angaben der Angehörigen.

Wenn die Schwangere im Widerspruchsregister steht, kann sie eher bei ihrem während der Schwangerschaft, Geburt oder innerhalb der ersten Lebenswoche verstorbenen Kind eine äußere Totenbeschau veranlassen/ durchsetzen. Ohne Eintrag gilt: Die an einem Säugling aufgrund einer diagnostischen Unklarheit durchgeführte Obduktion stellt keinen unzulässigen Eingriff in die Religionsfreiheit dar. Medizinische Unsicherheiten betreffend die Diagnose rechtfertigen eine Obduktion und es ist nicht erforderlich, dass darüber hinausgehend ein wissenschaftliches Interesse an der Leichenöffnung vorliegen muss. berichtet am 13. Juni 2016 "Info für Ärzte". (Eine Mutter hatte geklagt, weil sie nur eine äußere Totenbeschau wollte)

Ein vergleichbar harmloses Thema ist z.B. der lange Weg der Dokumentation der Fehlgeburten am Standesamt am Beispiel von Deutschland und Österreich.

 

Kann man Kindern - oder der Seele eines anderen Angehörigen - etwas verheimlichen?

Bevor ich persönlich das folgende mit meinen damals 4 und 8 Jahre alten Söhnen (geboren 1980 und 1983) erlebt habe, dachte ich "Ja, man kann seinen Kindern z.B. die Existenz von deren zwei 1976 und 1979 zuvor zu dem Sternen gegangenen Schwestern verheimlichen." Zehn Monate nach dem Tod meines Sohnes - er starb am Muttertag 1987 zwei Monate nach seiner Geburt - malten meine überlebenden Söhne unabhängig voneinander ein Familienbild der aktuellen Familiensituation: Drei Geschwister im Himmel, den Vater meines 3. Sohnes im Gefängnis, dazu sich selbst, ihren überlebenden Bruder und mich. Mein ältester Sohn erklärt mir anschließend: Mama, mit dem Friedhof ist es nicht aus, Ende. Mein Bruder ist mir nur vorausgegangen an einen Ort, wohin ich auch eines Tages gehen werde. Ich werde meinen Bruder wieder sehen, dazu auch meine zwei Schwestern. Ich war verwirrt: woher wußte mein ältester Sohn, das ich vor ihm auf zwei im Mutterleib verstorbene Mädchen schwanger war? Nach einiger Zeit des Nachdenkens entschloss ich mich, dem tröstlichen Gedankengang meines ältesten Sohnes mich anzuschließen. Und meine Söhne erfuhren jetzt erst die Namen meiner Töchter: Barbara und Johanna.

 

Selbst banale Bilder/ grafische Darstellungen wirken - oder was ist Triggern?

Eine Leserin schrieb mir: Ich finde deine Seite ziemlich gut, was mich allerdings - gerade, weil ich selbst Überlebende bin - stört, sind die Trennungslinien, die du benutzt, die, die tropfendes Blut darstellen. Vielleicht kannst du eine Alternative finden, denn ich halte sie für ziemlich heikel, u.a. auch und gerade wegen dem Triggereffekt. Ich selbst bin mittlerweile soweit, dass ich mich von solchen Dingen nicht mehr triggern lasse, aber es gibt Menschen, die nicht so stabil sind und auf solche Grafiken wesentlich sensibler reagieren. Und eben die sind es ja, die auf solchen Seiten unterwegs sind. Ansonsten ist deine Seite aber wirklich informativ. Liebe Grüße K.

 

Liebe K., die roten Linien habe ich entfernt und durch Sternenlinien ersetzt. Bislang weiß ich immer noch nicht, was "triggern" bedeutet... Danke für deinen Hinweis! Ich hoffe, dass die getätigten Veränderungen in ihrem Sinn getroffen worden sind...

LG Sternenkind.info

 

K. schrieb mir über Triggern - Flash-back ist ein anderes Wort für ähnliche nicht bewußt steuerbare Erfahrungen.

Die wörtliche Übersetzung für Trigger lautet "Auslöser". Im übertragenen Sinne bedeutet es, dass bei Menschen, die in ihrem Leben traumatische Erfahrungen (ganz gleich, welcher Art) machen mussten, genau diese Situation durch bestimmte Reize wieder präsent sein kann. Es ist unbedingt erforderlich bei Postings, welche eventuell bei einem anderen Erinnerungen oder negative Gefühle auslösen können ( triggern ) das Wort "Triggerwarnung" mit in die Überschrift des Postings zu setzen. Es kann nicht geduldet werden, dass Beiträge die hier geschrieben werden, die Absicht haben absichtlich zu triggern.

Jetzt vielleicht etwas klarer? Ich finde es gut, dass du die Linien ersetzt hast.

Ich wünsch dir was ;) Liebe Grüße, K.

 

Hallo K.,

herzlichen Dank für deinen Text! "Triggern" heißt demnach "Erinnerungen auslösen" das kann durch Gerüche, Parfüms, gleiche Farbenwahl, eine Handbewegung, gleiche Satzformulierung, dem Foto eines still geborenen oder abgetriebenen Kindes ...ec geschehen....

Auf einander Rücksicht nehmen ist das eine. Meiner Erfahrung nach bedarf jeder Traumatisierte einen individuellen Schutzraum - (je nachdem welche Traumatisierungsart vorliegt und welches Verarbeitungsmuster gewählt wurde bzw. je nachdem wie weit die Ausheilung vorangeschritten ist) Das ist das eine.... Diese Schutzräume schaffen bzw. sensible Rücksicht nehmen will ich in meiner Arbeit natürlich auch.

Das Misshandlungen - Missbrauch viele Facetten hat, denke ich - das schaffe ich ganz gut darzustellen mit meiner HP....

Nach dem Tod der Kinder sah ich schwangere Frauen, Kinderwägen usw. und alles löste Tränenausbrüche in mir aus...triggerte also. Ich konnte weder selbst mich verkriechen - da ich doch versorgungspflichtig sein wollte zu meinen überlebenden Kindern...

Also mußte ich mich der Gesellschaft da draußen wieder stellen...

Den Schwangeren, den Jungeltern mit Kinderwägen und Säuglingen....und ich weinte - ja - aber langfristig gesehen heilte meine Seele bei jedem Weinen wiederum ein Stückerl aus...

Im Laufe der Jahre wurde ich zu dem, der ich heute bin. Ich bin dankbar für die Situationen, welche meine Heilung vorwärts brachten. - welche mich "triggerten". Vielleicht, weil ich selbst von mir aus wieder Heil werden wollte. Mit welchem Recht hätte ich sagen können: "Schwangere - entfernt Euch aus meinem Leben!? oder Eltern - hinweg mit Euch und euren Babys - nur weil dein Kind im Alter und Geschlecht meines vorausgegangenen Kindes ist!"

Okay, ich habe die Herzblutlinien gelöscht - auf die Gefahr hin, weil sie triggern könnten....aber war das wirklich richtig? Wem habe ich damit einen Gefallen getan?

In deinem Text steht "Es sei unbedingt notwendig eine Triggerwarnung herauszugeben - äh...wie weiß ich vorher, was bei wem welche Reaktion auslöst? Und zudem bin ich wieder bei der Frage: wem tue ich mit dem Wort "Triggerwarnung" einen gefallen?

Meinen Gewissen - um hinterher sagen zu können: ich habe Dich gewarnt - jetzt bist du selbst schuld, was hast du denn weiter gelesen? Ich denke viel mehr, das die Wahrheit wahrgenommen werden sollte, als das - was sie ist: das Leben ist lebensgefährlich... Ersaufen kann ich auch in einer Regenpfütze... und: jeder ist für sich selbst verantwortlich. Es liegt in einem Selbst, was ich aus Erlebnissen mache. Ich kenne Missbrauchsopfer, die mittlerweile die nächste Generation (er-)schlagen, ich kenne Missbrauchsopfer, welche sich mittlerweile für eigene und wildfremde Kinder sozial einsetzen, damit es denen besser geht....

MFG Sternenkind.info

 

Liebe Gunnhild von Sternenkind.info,

Ich kann deine Argumentation durchaus nachvollziehen, allerdings gibt es noch einen weiteren Aspekt: Sehr viele Menschen, die Opfer von Missbrauch/ Vergewaltigung geworden sind, neigen dazu, sich selbst zu verletzen. Ich selbst habe früher auch geritzt. Oftmals ist das eine Begleiterscheinung von Depressionen, welche selbst ja oft als Folge von Missbrauch/ dem Tod eines Kindes auftreten. Man fühlt sich taub, findet keinen Zugang mehr zu den eigenen Gefühlen, so dass man beginnt, sich selbst zu verletzen, um sich zu beweisen, dass man überhaupt noch lebt und nicht nur ein bloßer Schatten ist.

Und man verletzt sich selbst, um wenigstens noch _irgendetwas_ zu spüren.

Die Problematik bei diesen blutenden Trennungslinien liegt darin, dass sie zum Beispiel zu einem Rückfall in dieses selbstzerstörerische Verhalten führen können (Blut = Rote Tränen) oder aber, wenn man sich dieses Verhaltensmuster noch gar nicht "abtrainiert hat", zu einer erneuten Verletzung. Das geht von Arme aufritzen mit einer Sicherheitsnadel oder ähnlichem über mit dem Kopf gegen die Wand schlagen bis hin zu schwerwiegenderen Verletzungen wie tiefe Schnitte mit einer Rasierklinge oder einem (stumpfen) Messer, einen Arm auf eine heiße Herdplatte legen, sich kochendes Wasser über beliebige Körperteile schütten etc.. Ich habe dir bewusst so viele Beispiele genannt, damit du siehst, wie extrem solche Selbstverletzungen werden können. Und genau das ist der Grund, weshalb du besser auf diese Trennungslinien verzichten solltest. Bewusstmachen und Verarbeitungshilfen geben ist sehr gut, aber in diesem Fall geht es nicht darum, sich den Schmerz von der Seele zu weinen, sondern damit eventuell Verhaltensmuster auszulösen, die sowohl Körper als auch Seele noch viel größeren Schaden zufügen, als sowieso schon besteht. Denn auch die Seele leidet, wenn man sich selbst verletzt. Da ist die Scham darüber, dass man immer noch nicht damit aufhören kann/einen Rückfall erleidet, die wiederum löst Selbsthass aus usw.

So, glücklicherweise bin ich darüber hinweg, so dass ich das aufschreiben konnte, ohne gleich durchzudrehen. Ich hoffe, ich konnte dir jetzt endlich deutlich machen, um was es mir geht. *seufz* Schreibe doch immer so furchtbar konfus. Ich habe deine Geschichte gelesen. Habe ein paar Minuten Ruhe eingelegt für Barbara, Johanna und Christopher. Ich bewundere deine Stärke. Lass dich nicht unterkriegen. K.

 

Epilog

komm kleine Kinderseele

nimm meine Hand.

Ich weiß, es ist hart, schmerzhaft und ungerecht - aber nimm meine Hand! 

Wir werden gemeinsam lernen

zu heilen

zu lieben

und zu sein.

Komm kleine Kinderseele, 

verlier nicht den Mut

Ich werde bei dir sein

immer

für das kleine Mädchen irgendwo in mir

02/11/01 K.

Wo immer Du ein Wolkenbild siehst, das einem Symbol der Liebe gleicht oder ein anderes Zeichen des Trostes siehst, dann kann es sich um ein Zeichen aus der Geisterwelt  (Welt der Vorausgegangenen) handeln, gedacht als Zeichen des Trostes für Angehörige.

Sterbende erleben, das wir nur Gast auf Erden sind und das es nach dem irdischen Sterbeprozess weiter geht:

Und meine Seele spannte weit Ihre Flügel aus als flöge sie nach Hause.