Krone 10.6.2017

Verwaltungsreform als Revolution

Spanien krempelt Familiennamen um

Madrid.- Offiziell hat jeder Spanier zwei Familiennamen. Bislang stand der des Vaters automatisch an erster Stelle. Darum sind zehn davon jeweils mehr als eine Million Mal vertreten, 38 Prozent der Spanier haben einen von ihnen in ihren Papieren stehen. Eine neue Verwaltungsvorschrift soll dem Einhalt gebieten.

Mehr als drei Millionen Spanier tragen den Familiennamen Garcia. Bei einer Einwohnerzahl von insgesamt 46 Millionen Menschen macht das gut 6,6 Prozent der Bevölkerung aus. Weitere 4,1, Prozent haben Gonzales, Fernandez oder Rodrigguez in ihrem Nachnamen. Nirgendwo sonst in Europa sind so wenige Namen in einem Land so häufig vertreten wie in Spanien.

Ab sofort erlaubt eine neue Verwaltungsvorschrift, dass Eltern für ihr Neugeborenes selbst entscheiden, ob zuerst der Familienname des Vaters oder der Mutter angeführt wird. Sind sie sich nicht einig, entscheidet das Standesamt. Das kann angefochten werden, jedoch nur von beiden Elternteilen gemeinsam. Spätestens dann müssen sie sich einig sein.

Schon seit ein paar Jahren durfte auch der Name der Mutter an erster Stelle stehen, aber nur wenn das extra bei Gericht beantragt wurde. Das taten nur 1% der Spanier.