Tod durch Abtreibung: Mythen und Fakten Zehntausende Frauen stürben weltweit jedes Jahr an illegalen Abtreibungen. Heißt es. Der Gedanke dahinter: Wer nicht wolle, dass Frauen auf Küchentischen in Hinterhöfen verbluteten, müsse vorgeburtliche Kindstötungen legalisieren. Doch auch hier gilt: Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst erlogen hast. Von Maria Cornelia Kaminski

 

Wenn Abtreibungen nicht mehr erlaubt sind, greifen Frauen, die unerwartet schwanger geworden sind, zum Kleiderbügel und anderen Hilfsmitteln, um sich so ihres Kindes und damit des „Problems“ zu entledigen – und das kostete jährlich Tausende von Frauen allein in den USA vor Legalisierung der Abtreibung durch das Urteil Roe v. Wade das Leben. So lautet eins der Hauptargumente der Abtreibungsbefürworter.

Leana Wen, Präsidentin von Planned Parenthood in den USA (Pro Familia ist der deutsche Zweig dieser Organisation), stellte diese Behauptung in diesem Jahr bereits mehrfach in Interviews und Tweets auf, und auch die deutsche Pro Familia führt in ihrer Dokumentation zur Abtreibung aus, dass jährlich von 47 000 Todesfällen durch unsachgemäße Abtreibungen weltweit auszugehen ist. Immer wieder wird also dieses Szenario heraufbeschworen – Grund genug für die Washington Post, dieser Aussage einmal auf den Grund zu gehen. Was dabei bemerkenswert ist, sind zwei Dinge: diese Zeitung, die sich bisher keineswegs durch pro-life Berichterstattung hervorgetan hat, greift das Thema auf und unterzieht es einem Faktencheck. Noch bemerkenswerter aber ist das Ergebnis der Untersuchung: Die Aussage ist schlichtweg falsch.

Die Gretchenfrage bei jeder statistischen Erhebung ist die nach dem Zustandekommen des Datensatzes. Bei einer heimlich durchgeführten Abtreibung stellt sich dies als schwierig dar, da es für Statistiker nicht so leicht ist, an Daten über illegale und zudem als schändlich betrachtete Eingriffe zu kommen – allzu leicht lassen sich verpfuschte Abtreibungen als Fehlgeburten darstellen, und kaum jemand wird freiwillig zugeben, von einer Straftat gewusst zu haben.

Die zweite Frage ist, ob sich Daten aus den dreißiger und sechziger Jahren – einer Zeit also mit vollständig anderem medizinischem und technischem Standard – überhaupt auf die heutige Zeit übertragen lassen. Die genannte Zahl von tausenden Todesfällen stammt laut Erica Sackin, einer Sprecherin von Planned Parenthood, aus einer Veröffentlichung des American College of Obstetricians and Gynecologists (Amerikanischer Verband der Geburtshelfer und Gynäkologen, ACOG) von 2014, in dem es heißt, dass vor 1973 schätzungsweise 1,2 Millionen Frauen jedes Jahr eine illegale Abtreibung durchführten und es dabei jährlich zu 5 000 Todesfällen kam.

Als Quelle wird hier unter anderem ein WHO Dokument (Unsafe abortion: global and regional estimates of the incidence of unsafe abortion and associated mortality in 2008. - 6th ed.) genannt. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation), die übrigens stets bei den Kongressen des internationalen Abtreibungsverbands FIAPAC großzügig Redezeit eingeräumt bekommt, erklärt darin, dass ihre Schätzungen zu den Todesfällen nach Abtreibung auf den Schätzungen zur Müttersterblichkeit basieren und führt aus, dass die Datenlage schwierig sei, eben weil es sich um einen illegalen Akt handelt. Hinzu kommt, dass Abtreibungen oft auch als Fehlgeburten deklariert würden und die entsprechenden Datensätze der Krankenhäuser deswegen von der WHO berichtigt werden.

Das gleiche gilt für die Zahlen, die nach Befragungen mit Frauen erhoben würden. Diese schämten sich, eine heimliche Abtreibung zuzugeben und sprächen bestenfalls von einer Fehlgeburt, auch hier müsse daher entsprechend geschätzt werden. Daher geht die WHO davon aus, dass eine von zwei Frauen in den USA ihre Abtreibung nicht zugibt und setzt hier einen Vergrößerungsfaktor (augmenting factor) von zwei an. Das heißt, der Datensatz wird verdoppelt. Dieser Faktor variiert jedoch von Land zu Land, in Peru liegt er bei 7,7, in Bangladesh und Indien – zwei Länder, in denen die Abtreibung von weiblichen Kindern nahezu eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit ist – immerhin noch bei 3,3.

Diese Vorgehensweise ist bei der WHO scheinbar üblich: Die Aidszahlen in Afrika wurden teils völlig willkürlich um den Faktor 47 multipliziert, so die Kritik von Christian Fiala in einer Zeitschrift aus dem Jahr 1998. Auf ebensolchen Hochrechnungen und Schätzungen, nicht aber auf tatsächlichen Zahlen beruhen die Daten der WHO zur Sterblichkeit von Frauen nach Abtreibung. Bemerkenswert nur, dass derselbe Christian Fiala – Österreichs bekanntester Abtreibungsarzt und jahrelang Präsident der FIAPAC – bei den Berechnungen zur Abtreibungssterblichkeit auf Kritik verzichtet. So wundert es nicht, dass auch die amerikanische Zahl von „tausenden Todesfällen nach selbst durchgeführten Abtreibungen“ einer statistisch wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.

Kate Connors, ebenfalls eine Sprecherin der ACOG, wies die Reporter der Washington Post auf einen Bericht von 1958 hin, in dem es heißt: „eine plausible Schätzung der Häufigkeit von Abtreibungen in den USA könnte zwischen 200 000 und 1,2 Millionen liegen“, denn: „es gibt keine objektive Grundlage dafür, eine genaue Zahl anzugeben.“ Das ist eine ziemliche Diskrepanz und zeigt, wie schwammig die genannten Zahlen tatsächlich sind. Die ACOG nahm jedoch die höchste Zahl (1,2 Millionen) als Grundlage für ihre Aussage. Allerdings werden auch in diesem Bericht von 1958 keine Erklärungen für die geschätzte Zahl von 5 000 Todesfällen genannt, genauso wie in allen anderen Materialien, die die ACOG auf Nachfrage zur Verfügung stellte. Die amerikanische Abtreibungslobby bezieht sich jedoch auch auf Zahlen, die noch weiter zurück reichen. Ein Bericht aus dem Jahr 2017 der Organisation „NARAL Pro Choice America“, nach eigenen Angaben ein 2,3 Millionen Mitglieder starker Verband, zitiert Studien aus den dreißiger Jahren. In dem Dokument zu unsicheren Abtreibungen wird unter anderem Frederick Taussig zitiert, ein Gynäkologe, der als einflussreicher Befürworter von Abtreibungen gilt. In dem von NARAL zitierten Werk von 1936 geht Taussig von acht bis zehntausend Todesfällen nach Abtreibungen in den USA aus. Grundlage für diese Schätzung war ein Gemisch aus Zahlen und theoretischen Überlegungen – nur wenige Staaten (1928 waren es 15) erfassten damals Todesfälle nach Abtreibungen. Ausgehend davon, dass in diesen Staaten etwa 26 % der Geburten in den USA stattfanden, berechnete Taussig folgendes: Bei 912 Todesfällen in diesen Staaten rechnete er hoch auf 3 508 Todesfälle pro Jahr in den USA, rundete diese Zahl auf 4 000 auf, um mögliche Datenabweichungen aus ländlichen Gegenden auszugleichen, ging anschließend davon aus, dass die Hälfte der Todesfälle verschwiegen wurden (also insgesamt dann 8 000 Todesfälle) und schloss daraus, dass vermutlich nicht mehr als 10 000 Frauen nach Abtreibungen sterben. Er gab jedoch auch zu, dass die nur fünf Jahre zuvor von ihm geschätzte Zahl von 15 000 Abtreibungen wohl zu hoch gegriffen war, und korrigierte auch die Zahl von 8 000 Abtreibungen 1942 wieder auf 5 000. Das ist also die Zahl, mit der die Präsidentin von Planned Parenthood in den USA argumentiert. Was dabei völlig außer Acht gelassen wird, ist die medizinische Entwicklung. Sowohl die verbreitete Gabe von Antibiotika nach Infektionen als auch eine insgesamt verbesserte medizinische Versorgung haben dazu geführt, dass Abtreibungen wesentlich weniger riskant wurden. Christopher Tietze – ebenfalls ein bekannter Forscher auf diesem Gebiet und Abtreibungsbefürworter– hielt schon 1948 fest, dass Todesfälle nach Abtreibungen rapide zurückgingen, und zwar aus drei Gründen: bessere Verhütung, bessere Hygiene und damit Vermeidung von Infektionen, sowie die Verabreichung von Antibiotika. Er führte aus: „An diesem Rückgang der Inzidenz von Sterblichkeit gibt es keinen Zweifel, und er wird höchstwahrscheinlich in der Statistik nicht vollumfänglich berücksichtigt.“ Er notierte einen Rückgang von 2 677 Todesfällen im Jahr 1933 auf 888 in 1945. 1959 schrieb eine weitere Forscherin, Abtreibung sei kein gefährlicher Eingriff mehr. Dies betreffe auch sogenannte illegale Abtreibungen, die nun in der Regel von Ärzten vorgenommen würden. 1957 sei es im ganzen Land zu lediglich 260 Todesfällen nach Abtreibung gekommen. Die Forscherin ist Mary Steichen Calderone, die damalige medizinische Direktorin von Planned Parenthood. Ebenfalls einige Jahre vor dem Urteil Roe v. Wade von 1973, nämlich bereits 1969, schreiben Tietze und seine Ehefrau Sarah Lewit im Magazin Scientific American, dass die Gesamtzahl der Todesfälle nach Abtreibungen vom National Center for Health Statistics für das Jahr 1965 mit 235 angegeben wurde, und diese Zahl zwar vermutlich nicht ganz korrekt sei, aber keinesfalls mehr als Tausend betrage. Beide wurden 1973 von Planned Parenthood mit dem Margaret Sanger-Preis für ihre Forschungsarbeit zum Thema „Abtreibungspolitik und Müttergesundheit“ ausgezeichnet. Eine weitere Studie aus dem Jahr 1978 stellte fest, dass Todesfälle nach Abtreibungen nach 1965 noch schneller zurückgingen, da es einerseits effektivere Verhütungsmittel gab und andererseits Abtreibungen zusehends legal möglich wurden. 1972 begann die amerikanische Regierungsbehörde CDC (Zentrum für die Kontrolle von Erkrankungen und Prävention) damit, Daten zur Abtreibungssterblichkeit zu sammeln – also ein Jahr, bevor das Urteil Roe v. Wade zur Legalisierung der Abtreibung (induced abortion) in den USA führte. 1972 starben in den USA 24 Frauen nach legaler Abtreibung, nach illegaler Abtreibung 39. Fehlgeburten (spontaneous abortion) führten in diesem Jahr in 25 Fällen zum Tod. Rechnet man Fehlgeburten und legale, induzierte Abtreibungen zusammen, so ist diese Zahl also höher als die Zahl illegaler Abtreibungen. Die Aussage, dass illegale Abtreibungen die Frauengesundheit in hohem Maße gefährden, ist einfach nicht belegbar. Dennoch hält Planned Parenthood an diesen Zahlen fest – und das, obwohl sie selbst die Wissenschaftler mit einem Preis geehrt haben, die in ihren Arbeiten diese Zahl widerlegten. Die Sprecherin von Planned Parenthood, Erin Sackin, hält fest: „Angst, Stigmatisierung und unzureichende Nachverfolgung bedeuten, dass wir nie genau wissen können, wie viele Frauen vor Roe v. Wade gelitten haben, aber wir wissen, dass der Tod auch nur einer einzigen Frau durch Abtreibung, bevor sie legalisiert wurde, einer zu viel war.“ Dabei lässt Sackin zwei Dinge außer Acht. Seit 1972 sind in den USA laut offizieller Statistik 437 Frauen an ganz legalen Abtreibungen gestorben – und 50 Millionen Kinder. Die Autorin ist Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA).

Lebensschutz - Amerikanische Bundesstaaten

Krone 30.5.2019 Endgültige Aus für Abtreibungsklinik

St. Louis. Die US - Behörden von Missouri wollen die einzige Abtreibungsklinik im US - Staat noch in dieser Woche schließen. Missouri wäre der erste Bundesstaat ohne Klinik, die legale Schwangerschaftsabbrüche durchführt.

Texas

Mit Ohio hat nach Arkansas und Georgia ein weiterer US-Bundesstaat die sogenannte "Heartbeat Bill" eingeführt, nach der Abtreibungen nach Vernehmen des Herzschlages verboten werden. Faktisch bedeutet das das Ende fast aller Abtreibungen in Ohio, da der Herzschlag bereits ab der 6. Woche zu vernehmen ist, also zu einer Zeit, wenn Frauen oftmals erst bemerken, schwanger zu sein. In Ohio wurden des Weiteren alle Förderungen an Abtreibungsorganisationen, darunter Planned Parenthood, die weltweit größte, gestrichen, und außerdem wurden auf staatlicher Ebene alle Förderungen an internationale Abtreibungsorganisationen beendet. In den USA bewegt sich sehr viel im Lebensschutz!

 

 Am Di, den 14.Mai.2019 hat der Senat von Alabama entschieden mit 25 zu 6 Stimmen, das Schwangerschaften nur mehr dann abgebrochen werden dürfen, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder wenn beim Kind unheilbare Krankheit festgestellt wurde. Unterschreibt die Gouverneurin Kay Ivey diese Novelle, dann ist den Medizinerin in Zukunft untersagt, Schwangerschaftsabbrüche nach einer Vergewaltigung oder nach Inzest durchzuführen. Bei Missachtung drohen bis zu 99 Jahre Haft. Die Gouverneurin hat unterschrieben: Alabama hat ein radikales Abtreibungsgesetz beschlossen und steht damit nicht allein da. - derstandard.at/2000103282754/US-Kulturkrieg-um-brisantes-Abtreibungsgesetz

 

19.5.2019: Abtreibung will nach Alabama auch der US - Bundesstaat Missouri erschweren oder ganz verbieten. Das Landesparlament billigte einen Gesetzesentwurf, der Schwangerschaftsabbrüche ab der achten Woche verbietet.

Roses Revolution - Stoppt Gewalt in der Geburtshilfe
In der USA wird das Abtreibungsthema wieder einmal ein heißes Thema im Wahlkampf. Frauen gehen auf die Straße z.B. mit einem Schild mit der Aufschrift " Mein Körper, meine Stimme".
"Pro - Life" kann bedeuten "fuer das Leben sein." Wenn "Pro-Life"  mit "der Natur ihren Lauf lassen" übersetzt wird, kann das bedeuten, dass Ärzte riskieren, dass wieder mehr Frauen in Todesnähe kommen oder sterben. Kate Kampen berichtet aus eigener Erfahrung: Ich bin fast gestorben, weil ein Krankenhaus meine Fehlgeburt als "Abtreibung" ansah

USA macht aus Leichen Kompost

Statement by Katrina Spade, Recompose Founder and CEO

[NOTE: Current as of May 22, 2019]

WAS WIR TUN

Recompose bietet eine Alternative zu Einäscherung und herkömmlichen Bestattungsmethoden. Unser Dienst - die Neuzusammensetzung - wandelt menschliche Überreste sanft in Erde um, damit wir nach unserem Tod neues Leben ernähren können.

 

Unsere Wirkung

Unser Baukastensystem nutzt die Prinzipien der Natur, um unseren Körper zur Erde zurückzuführen, Kohlenstoff zu binden und die Bodengesundheit zu verbessern. Tatsächlich haben wir eine CO2-Einsparung von über einer Tonne pro Person berechnet.

Durch die Neuzusammenstellung können wir der Erde etwas zurückgeben, das uns unser ganzes Leben lang unterstützt.

 

Unser Modell

Wir glauben, dass die Sterbehilfe ein wesentlicher Bestandteil des Lebens ist. Neben der Schaffung eines Systems, das uns sanft auf die Erde zurückbringt, fördern wir die Teilnahme und bemühen uns, die Erfahrung für alle transparent und aussagekräftig zu machen.

 

Sich beteiligen

Von der Beerdigung zu Hause bis zur Pflege des Körpers eines geliebten Menschen nach seinem Tod fördern wir die Teilnahme von Familien und Freunden an diesem tiefgreifenden menschlichen Ereignis. Rückkehr Recompose orientiert sich an der Natur. Das Herzstück unseres Modells ist ein System, das uns nach dem Tod behutsam auf die Erde zurückbringt.

 

unser Team

Recompose ist eine Wohltätigkeitsorganisation, die von Menschen angetrieben wird, die daran glauben, das derzeitige Paradigma der Todesfürsorge zu ändern, indem sie ein sanftes, menschliches und ökologisches Modell anbieten. Wir alle nähern uns dieser Arbeit mit Energie, Hartnäckigkeit und Freude.

Um die Biografien unseres Teams zu lesen, klicken Sie auf www.recompose.life

 

„Washington ist führend, indem es als erster Staat die Todesursache natürlicher organischer Reduktion anbietet, um menschliche Überreste sanft in Erde umzuwandeln. Bei Recompose könnten wir nicht stolzer sein auf unsere breite Gemeinschaft, die die Schaffung dieses neuen Dienstes unterstützt, und auf die politischen Führer unseres Staates, die wirklich die Ärmel hochgekrempelt haben, um einen neuen Rechtsrahmen zu schaffen, der sicherstellt, dass wir alle einen sicheren, wissenschaftlich fundierten strenge und umweltverträgliche neue Wahl der Sterbehilfe. Während wir uns bei Recompose der Kapitalbeschaffung und dem Informationsaustausch mit potenziellen Kunden widmen, sind wir dankbar für das zunehmende öffentliche Interesse und die Unterstützung bei der Neuzusammenstellung. Wir freuen uns darauf, Updates zu veröffentlichen, sobald sie verfügbar sind. “