Miraku Sally's Mutter stammt aus Nigeria und sie ist - wie ihre Kinder und der Partner - Mitglied einer für Nigeria nicht unübliche mischung eines Christlichen Glaubens.

Eine Krankenschwester eines Wiener Krankenhauses (ohne Babypoint = ohne Aussenstelle des Standesamtes in der Klinik) hat auf Wunsch der Mutter mich verständigt.

Wunsch: ich solle die Mutter zum Standesamt begleiten.

zu sehen ist der tote Miraku Sally - er starb außerhalb des Mutterleibes 8 Min. nach seiner lebend erfolgten Geburt
zu sehen ist der tote Miraku Sally - er starb außerhalb des Mutterleibes 8 Min. nach seiner lebend erfolgten Geburt

Miraku Sally ist lt. Totenbeschau und Dokumentation am Standesamt ein Pränataler Todesfall.

(Auf den Entlassungspapieren stand Spätabortus)

Jahre vorher hatte seine Mutter mich noch nicht gekannt: Sein älterer Bruder wurde - entgegen der Wünschen der Mutter - als stillgeborenes Sternenkind via Sammelkremierung in der Gruppe 35b beigesetzt.

Dieser Mutter konnte ich von der Klinik gemachte zwei Bilder nachträglich übergeben - ein Foto, als ihr Sohn noch lebte, und das andere, als Ihr Sohn bereits verstorben war. Mit den Augen der Mutter betrachtet waren beide Bilder - trotz der schlechten Qualität - wunderschön.

Ersatzhandlungen sind manchesmal notwendig: Selbst hatte die Mutter es sich nicht getraut, Fotos von Ihren Sternenkindern zu machen. Und ein Rechtsanwalt hatte in der Klinik um alle Unterlagen angesucht.

Bei einem unkremierten Begräbnis ist der Sarg am Fussende mit den Daten des Bestatters und den Daten des Verstorbenen zu beschriften.
Bei einem unkremierten Begräbnis ist der Sarg am Fussende mit den Daten des Bestatters und den Daten des Verstorbenen zu beschriften.

Ergebnis meiner Begleitung:

Ohne Anzeige einer lebend erfolgten Geburt wäre Miraku Sally als Fehlgeburt kremiert worden. Zu dem Zeitpunkt, das ich die Mutter zum ersten mal zum Standesamt begleitet habe - zeitnah zum Todeszeitpunkt ihres Sohnes - hatte die Wiener Klinik diesem Kind noch nicht die Anzeige der lebend erfolgten Geburt geschrieben, denn dafür haben Ärzte/ Hebammen/ die Verwaltung einer Klinik 7 Tage lang Zeit, bestätigte www.hebammen.at.

Die bei der Geburt anwesenden Hebammen sagten mir schon am Tag zuvor, das Miraku Sally lebend geboren worden war. Also mussten wir - die Mutter und ich - am nächsten Tag ein zweites mal zum Standesamt gehen. Nun wurde diesem Kind die Geburts- und Sterbeurkunde ausgestellt und das Kind konnte - wie von der Mutter gewünscht: unkremiert in der Gruppe 35b am Wiener Zentralfriedhof bestattet werden. Die auf Wunsch der Mutter religiös gestaltete Verabschiedung und das Begräbnis fand am 28.5.2010 durch eine Seelsorgerin der christchurchvienna.org in meinem Beisein statt.

Dieses Schriftstück hat der Totengräber mir gleich nach dem Begräbnis für die Mutter mitgeben.

Es steht noch immer MA 43 drauf, obwohl es diese seit 2008 nicht mehr gibt.

Über den in Nigeria - ihrem christlichem Glauben - übermittelten Begräbnisritus erzählte mir die Mutter, das es in Ihrer Heimat üblich ist, das die Dorfgemeinschaft - nicht aber die Mutter - das verstorbene Kind zum Friedhof begleitet und das unkremierte Begräbnis durchführt. Kremationen sind in Nigeria nicht üblich.

Nach dem Standesamt habe ich diese Mutter bei der Beantragung der ihr zustehende Gelder bei der Krankenkasse (z.B. Kinderbetreuungsgeld) unterstützt, anschließend auch beim Finanzamt, denn allen pränatalen Todesfällen steht in Österreich für zumindest 1 Monat Familienbeihilfe zu ausdruckbare Info > Für 1 Kind > für mehrere Kinder (6 Jahre Rückwirkend beantragbar!)

Des weiteren berichtet mir diese Mutter: Ihr erstes Sternenkind liegt kremiert in der Urnengruft der Gruppe 35b. Zwei Jahre später erfahre ich, das ein lebend geborener Sohn die Eltern überglücklich macht.