Ist es der Faszination des Bösen im Seitentitel zu verdanken, das diese Seite die meistgelesene auf sternenkind.info ist? Dabei berichte ich über meinen Sohn Christopher Marvin auch auf folgenden Seiten: lebend geboren, 26.4. Atomkraftwerk Tschernobyl, und über meine zuvor still geborenen Töchter Barbara & Johanna.

Am 26.4. jährt sich zum 30. Mal die Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl. Damals war ich auf meinen auf dem Foto zu sehenden Sohn gerade im 4. Monat schwanger, meinem 3. Sohn. Ich lebte mit meiner Familie damals in OÖ am Land in einem Haus mit Garten, zur Miete.

Meinen damals 4 und 7 jährigen Söhnen zu erklären, das sie nun nicht die Erdbeeren aus dem Garten essen dürfen, das sie nicht mehr vor dem Haus in der Wohnstrasse spielen, das sie nicht mehr auf den Spielplatz gehen dürfen - haben meine Kinder sehr irritiert.

Es wurde über die Medien allen geraten, die Wohnung nicht zu verlassen, weil die unsichtbare Wolke auch nach Österreich käme. Und wer erledigt den Einkauf? Damals war das Zustellen von Lebensmitteln durch Geschäfte noch nicht so selbstverständlich im Angebot wie heute. So musste ich mit den Kindern einkaufen gehen und uns den gefährlichen Strahlen aussetzen.

Bekannt war damals, das die Strahlen gefährlich sind, aber das sogar ungeborene Kinder etwa 1500 km entfernt Treffer sein können, darüber hat keiner gesprochen. Zusammen mit meinem 3. Sohn sind damals in Österreich zahlreiche Kinder mit einem Herzfehler geboren worden, hat damals mein Hausarzt seine Beobachtungen mit mir geteilt.

In Erinnerung wird mir bleiben der Linzer Kinderarzt, der von sich aus behauptete: ich übersehe bei einem bei neugeborenen Kind keinen Herzfehler.

Muttertag 1987: mein Sohn ist uns vorrausgegangen. Der Pathologe sah sich auf Grund meines Wunsches das Herz meines Kindes an. Seine Herzspitze war zusammengedrückt und verdreht, daher konnte das Herz meines Sohnes sich beim trinken und anderen körperlichen Leistungen sich nicht entfalten. Noch bevor meine Kinder Opfer wurden, war ich gehen Atomkraft, weil z.B. die Endlagerung bis heute nicht dauerhaft geklärt ist. Zudem kommt die Lüge, Atomstrom sei so billig als auch umweltfreundlich - das geht nur, wenn man die Ausgaben für Endlager als auch Kathastrophen ausblenden, das ist aus meiner Sicht ein unverantwortlicher Fehler. Zukünftigen Generationen gegenüber sind wir verantwortlich - der Einsatz von Atomenergie z.B. zur Stromerzeugung und im Krieg gehört gewiß nicht dazu.

Krone, 26.4.2016

Lange Liste folgenschwerer Unfälle - 183 Atom-Reaktoren alleine in Europa

 

450 tickende AKW - Bomben

 

Weltweit sind derzeit rund 450 Atom-Reaktoren in 31 Ländern in Betrieb, weitere 238 sind in Bau oder Planung. Alleine in Europa gibt es 56 Atomkraftwerke mit insgesamt 183 Reaktoren - in der Slowakei, Frankreich und Finnland werden gerade vier neue gebaut, weitere 60 sollen bald ans Netz gehen. Das Gefahrenpotential ist enorm, denn Tschernobyl war nur einer von zahlreichen verheerenden AKW - Unfällen.

Am 12. Dezember 1952 ereignet sich bei Ottawa (Kanada) der weltweit erste schwere Reaktor - Unfall, ausgelöst durch menschliches Versagen. Zwei Jahre nach dem Unglück geht das Kraftwerk wieder in Betrieb. Zahl der Opfer: unbekannt.

Am 29. September 1957 kommt es zu einer der weltweit größten Atomkatastrophen: In der sowjetischen Plutonium - Fabrik Majak in Kysthym explodiert ein unterirdischer Betontank, der mit flüssigen radioaktiven Abfällen gefüllt ist. Ein 300 Kilometer langer und bis zu 40 Kilometer breiter Landstreifen wird verseucht.

Bekannt wird das Unglück im Jahr 1976 mit Hilfe eines emigrierten Wissenschaftlers, eine offizielle Bestätigung der Regierung gibt es erst 1990.

Heute weiß man, dass durch diese Katastrophe erheblich mehr Radioaktivität freigesetzt wurde als in Tschernobyl. Zur Opferzahlt gibt es nur Schätzungen: Mindestens 1000 Menschen sterben, weitere 10.000 werden verstrahlt.

Die Anlage ist heute noch immer in Betrieb.

Nur 11 Tage später die nächste Kathastrophe:

Am 10. Oktober 1957 wütet in einem britischen Kernreaktor in Windscale (Heute Sellafield) ein Großbrand. Dieser setzte eine Wolke mit großen Mengen radioaktiven Materials frei, die sich über ganz Großbritannien und über weite Teile des europäischen Festlands verteilt. Zahl der Opfer: unbekannt.

Am 26. Juli 1959 kommt es im kalifornischen Simi Valley aufgrund eines verstopften Kühlkanals zu einer 30 - prozentigen Kernschmelze. Es folgt eine der größten Jod - 131 - Freisetzungen in der verheerenden AKW - Geschichte. Ebenso wie das Majak - Unglück wird auch dieses lange Zeit geheim gehalten. Zahl der Opfer: unbekannt.

Das Versagen von Messinstrumenten und Maschinen führt am 28. März 1979 im Three-Mille-Island-Kernkraftwerk Harrisburg (USA) zum Ausfall der Reaktor - Kühlung. Die Folgen: partielle Kernschmelze und Freisetzung von radioaktiven Gasen.

Bis heute gilt dieser Unfall als schwerster innerhalb der USA.

Zahl der Opfer: unbekannt.

In Tschernobyl wird vier Jahre vor dem GAU in einem der Reaktoren durch menschliches Versagen ein Brennstoffkanal zerstört. Auch damals kommt es zur Freisetzung radioaktiver Substanzen. Experten rätseln bis heute, wie viele Menschen vom Unfall im Jahr 1986 betroffen sind - Berichte gehen von bis zu 1,5 Millionen aus.

11. März 2011, Fukushima, Japan: Ein Erdbeben der Stärke 9,0 löst einen Tsunami aus. Als wären die Schäden und Opfer dieser Naturkathastrophe noch nicht genu, löst sie auch noch eine Überhitzung der Reaktornkerne in vier von sechs Reaktor - Blöcken im Atomkraftwerk Fukushima aus. Riesige Mengen radioaktiven Materials werden freigesetzt: Große Areale um das Kraftwerk werden landeinwärts verseucht, Küstenstriche und Meerwasser kontaminiert. Rund 150.000 Einwohner müssen das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen.

Zahl der Opfer: unbekannt. Auch hier gibt es nur grobe Schätzungen, bis zu zwei Millionen Menschen sollen von gesundheitlichen Spätfolgen betroffen sein.

Sternenkind.info dankt Eva Lehner für die Zusammenstellung dieser Dokumentation.