Krone 19.5.2019

Offen gesagt: 'Wenn das ewige Eis schmilzt' von Dr. Tassilo Wallentin Rechtsanwalt in Wien.

Die Ureinwohner des US - Bundesstaates Alaska fliehen vor dem Klimawandel. Das ist erst der Auftakt einer globalen Katastrophe ungeahnten Ausmaßes: In nur wenigen Jahren wird es bís zu 1,5 Milliarden Klimaflüchtlinge geben.

Ganze Dörfer und Gemeinden der Inuit sind zur Umsiedlung gezwungen: 17 Grad Celsius im Frühling 2019 lassen das ewige Eis des US - Bundesstaates Alaska schmelzen. Verkehrswege sind nicht mehr befahrbar. Jagd- und Fischereigründe sind kaum noch zugänglich. Friedhöfe müssen verlegt werden, und Schulen stehen unter Wasser. Die Ureinwohner Alaskas flüchten aus den Küstengebieten in die Berge. Was sich vor unseren Augen in den USA abspielt, sind die Vorboten einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes.

Die außergewöhnliche rasche Erhitzung der Erde ist keine Theorie mehr. Sie ist Realität. Neun der Zehn tödlichsten Hitzewellen der Menschheitsgeschichte ereigneten sich seit dem Jahr 2000.

In nur wenigen Jahren werden weite Teile unseres Planeten unbewohnbar sein. Die Ozeane und Meere steigen durch das Abschmelzen des Polareises immer schneller an. In den Küstenregionen leben etwa 1,5 Milliarden Menschen. Sie alle werden fliehen müssen.

Ein zusätzlicher Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius ist faktisch nicht mehr aufzuhalten. Er wird dazu führen, das 80% aller Wasserquellen in Afrika versiegen. Der schwarze Kontinent hat rund 1,3 Milliarden Einwohner. Man kann sich grob ausmalen, welche gigantischen Wanderbewegungen dann einsetzen. Kriege werden künftig um Trinkwasser geführt.

Veränderungen den Klimas gab es schon immer - allerdings noch nie in dieser atemberaubenden Geschwindigkeit. Temperaturerhöhungen von einem Grad Celsius vollziehen sich normalerweise über einen Zeitraum von mehreren zehntausend Jahren. Tiere und Pflanzen hätten dann wenigstens die Chance, durch Anpassung zu überleben.

Auch wenn es der moderne Mensch verdrängt: Unsere gesamte Lebensweise ist nicht zukunftsfähig! Ein einzelner Mensch richtet heute größeren ökologischen Schaden an als zu früheren Zeiten ganze Königreiche! Mit der Zerstörung des brasilianischen Urwalds kann man Milliardär werden. Hinzu kommt die Überbevölkerung samt Bodenfraß und Wasserverbrauch. 90% der Meere sind leergefischt. Sogar Wüsten werden verbaut. In Österreich wird täglich eine Fläche von 30 Fußballfeldern zubetoniert. Die Wohlstandansprüche steigen stetig.

Das Warten auf die wundersame freiwillige Selbstbeschränkung von Hunderten von Staaten wird uns nicht retten. Erst wenn Investoren Geld scheffeln, indem sie in klimaschonende Projekte und Technologien investieren, wird sich etwas ändern. Klimaschädliche Energie müsste von Jahr zu Jahr in sozialverträglichen Schrittchen teurer werden.

Vor allem aber muss die Überbevölkerung eingedämmt werden: 1804 gab es 800 Millionen Menschen. 1927 waren es schon zwei Milliarden. Heute sind es 7,3 Milliarden, und bald werden es 16 - 32 Milliarden Menschen sein. Die Erde trägt das nicht. Dennoch wird nichts dagegen unternommen, was manche zu blankem Zynismus treibt - etwa den Ehrenpräsidenten des WWF und Ehemann der britischen Queen, Prinz Philipp, der schon 1988 in einem Interview sagte: "Falls ich wiedergeboren werde, möchte ich als tödlicher Virus auf die Erde zurückkehren. So könnte ich etwas zur Lösung des Übervölkerungsproblems beitragen.