Menschen sind wie Kirchenfenster.

Wenn die Sonne scheint,

strahlen sie in allen Farben;

aber wenn die Nacht kommt,

kann nur ein Licht im Innern

sie voll zur Geltung bringen. Elisabeth Kübler-Ross

Im Volksschulalter fing ich mich zu vergleichen an: was habe ich von meiner Mutter, was von meinem Vater, was von meinen Großeltern usw. Ich fand ähnlichkeiten mit meiner Mutter, aber nix mit meinem Vater, was seine Vorlieben für Farben, Kleidungstil, Essen, Musik ec anbelangte. Auch mit meinen Geschwistern verband mich wenig. Diese Frage nach meiner Herkunft beschäftigte mich auch in der Nacht in meinen Träumen. Ich denke, das ich meine eigene Seele befragt habe. Sie zeigte mir eine Glasschale (Petrischale). Darin befanden sich 7 weißlich pastelfarbene Kugeln. Um die Glasschale herum 3 Erwachsene: ein Mann mit Mundschutz und einer weißlich gefüllten Spritze in der Hand, dahinter eine Frau mit Mundschutz und entfernt eine Frau ohne Mundschutz (jene Frau, die meine Geschwister und mich austragen sollte). Der Mann hatte eine aufgezogene Spritze in der Hand. Die weißliche Flüssigkeit ließ er über die oben erwähnten weiblichen Eizellen fallen. Es erfolgten 8 Gewitterblitze. Vor mir entstanden 4 Schwestern, nach mir 3 Brüder - einmal davon Zwilinge. Ich war die Nr. 5. 

8 Wochen später: ich bin allein und habe überlebt.

In den Tagen nach meinem Traum suchte ich die Gespräche mit meinen Eltern. Getrennt von einander. Ich weiß heute nicht mehr, wem ich zuerst von meinem Traum erzählt habe. Vaters Reaktion: Ich glaube nur das, was ich mit eigenen Augen gesehen habe. Zu einem späteren zeitpunkt haben mein Vater und ich unsere Blutgruppen verglichen. In Rücksprache mit einem Arzt wurde bestätigt: mein Vater war mein sozialer, aber nicht mein genetischer Vater. Mutters Reaktion war nicht ruhig und und nicht gelassen, sondern voller Gefühle. Dazu Ihre Worte: selbst wenn es so wäre, was geht dich es an, wie Du entstanden bist? Zu einem späteren Zeitpunkt gestand Sie einer Freundin gegenüber ein, das ich die 1959 in den USA vorgenommene künstliche Befruchtung herausgefunden hätte. Meine Mutter hatte sich damals Ihre Eizellen mit dem Samen ihres eigenen Vaters befruchten lassen! Zufall? Absicht? Die Zukunft wird die Antwort mir bringen. Fakt in eigener Sache ist: zumindest mein Vater war 1959 in den USA, Fotos zeugen davon.

In den USA redet bzw schreibt man darüber offener: künstliche Befruchtungen wurden seit 1945 in zunehmend größeren Stil durchgeführt. Vieles davon noch im Versuchsstadium, mit hohen hormonellen Manipulationen. Bei der Stimulation wurden 8 - 14 Eizellen gewonnen und in den ersten Jahren auch zusammen befruchtet und wieder eingesetzt. In NÖ wurde 1954 eine Frau von 14 Kindern bei einer einzigen Entbindung befreit. Die Frau hatte nicht nur einen einzigen Uterus, sondern eine ungewöhnliche Fehlbildung dessen, weshalb das austragen von 14 Kindern zeitgleich möglich wurde berichtet Dr. Rosskopf. Die Mutter berichtet 2011 dazu von Sternenkind.info befragt: ich war damals mit einem US - Amerikaner (Soldat) liiert. Er hat die künstliche Befruchtung zu militärischen Forschungszwecken eingefädelt, doch das habe ich erst während der Schwangerschaft erfahren. Um meine Kinder zu schützen habe ich anonym entbunden und viele von Ihnen wurden anschließend zur Adoption frei gegeben oder zu Pflegeeltern übermittelt. Mit 5 Kindern hatte diese Mutter zum Zeitpunkt des Interviews noch Kontakt, etliche waren als Minderjährige gestorben.

Eine Fehlbildung der Gebärmutter oder auch Uterusanomalie kann in der Schwangerschaft zu Komplikationen führen. Doch oft ist auch eine normale Schwangerschaft möglich.

Erst als die meisten der global agierenden Wissenschaftler sich auf ein duplizierbares - von Krankenkassen anerkennbares Verfahren einigen konnten, kam es 1978 zum öffentlich eingestandenen Bekenntnis mit weitreichenden Folgen:

http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/eizellen-werden-vor-der-kuenstlichen-befruchtung-vertauscht-a-911050.html

. http://www.t-online.de/eltern/schwangerschaft/id_64483242/kuenstliche-befruchtung-tragische-eizellenverwechslung.htm

New Mom Herbst 2016 berichtet ausführlich über Global Baby: Wie weit gehen für ein Kind?

Eine Rumänin als Eizellspenderin, ein Däne, von dem die Samenzellen stammen, die Leihmutter eine Ukrainerin, Ärzte einer Privatklinik in Tschechien:Ein ganzes Heer an Personen ist involviert, damit ein junges Paar seinen Sohn in Armen  halten kann.

Ein fiktives Szenario?

Nein! Dank moderner Reproduktionsmedizin ist die Geschichte von Conny und Martin bereits gelebt 'multiple' Elternschaft. Von der Samen- und Eizellspende über den Ebryonentransfer, Präimplantationsdiagnostik, genetische Screeing, Geschlechterselektion, In-vitro-Fertilisation (IVF) bis hin zur Leihmutterschaft:

Die Liste der Möglichkeiten für verzweifelte kinderlose Paare ist lang. Faszinierend für die einen, verstörend für die anderen. Während sich in Europa der Reproduktionsmarkt auf die oben genannten Länder sowie Russland und Spanien konzentriert, beherrschen Indien, die USA, Kanada, Mexico, Thailand und Israel als global Player den 'Markt'.

Für Utopisten sind Kinder wie Connys und Martins Soh 'wahre Weltbürger'. Doch friedenbringend ist solch eine Völkervereinigung kaum, basiert sie doch auf dem Nord-Süd-Gefälle von reichen Industriestaaten und ärmeren Ländern - speziell im Fall der Leihmutterschaft. Als 'moderne Form der Sklaverei' betitelt etwa die Journalistin Elfriede Hammerl in 'profil', als 'Reproduktionskolonialismus' Eva Maria Bachinger in ihrem Buch

Auch die rechtliche Lage von Leihmüttern könnte in vielel Ländern schlechter nicht sein: Honorare werden nicht vorab ausgehandelt und Versuche, schwanger zu werden, bzw. Fehlgeburten (die bei einer Leihmutterschaft häufiger auftreten) nicht bezahlt. Wie denn auch, wenn beispielsweise russische Agenturen 'Flat Rates' und 'All-inclusive-Packages' anbieten? Laut einer Studie über Leihmütter in Indien sind diese zu einem Großteil Analphabetinnen und können die Verträge nicht einmal lesen.

 

Big Player - Big Gewinner

Profiteure dieses globalen Reproduktionsmarktes sind Ärzte, Kliniken und Pharmafirmen. Auf rund vier Milliarden US - Dollar jährlich wird der Gewinn des globalen Reproduktionsmarktes geschätzt, jener der Pharmafirmen auf neun Milliarden US - Dollar, so Buchautorin Eva Maria Bachinger.

Das Eizellspenderinnen und Leihmütter nur einen winzigen Bruchteil davon sehen, macht betroffen, überrascht aber nicht. Ärzte hätten zwei üte auf: einen 'medizinischen' und einen 'geschäftlichen', so eine ehemalige Patientin, die für den Film Future Baby: Wie weit wollen wir gehen? von Regisseurin Maria Arlamovsky interviewt wurde. Reproduktionsmediziner dürfen natürlich nicht in Sippenhaftung genommen werden, denn die meisten von ihnen kommen ihrer medizinischen Sorgfaltspflicht nach und leisten unschätzbare fachliche Hilfe.

 

 

Autorin: Doris Rosenlechner-Urbanek.

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