betrifft die Genschere CRISPR-Cas9

Krone 4.8.2017

Umstrittene Therapie in den USA

Gendefekt bei Embryos behoben

Portland. - Mit einer sensationellen, aber umstrittenen Therapie behoben Fotscher der US - Universität Portland bei Embryos einen Gendefekt. Sie korrigierten eine Mutation, die zu Herzmuskelverdickung (Hypertrophe Kardiomyopathie) führt. Die behandelten Embryos wurden keiner Frau eingesetzt, sondern zerstört.

Die Forscher befruchteten Eizellen von gesunden Spenderinnen mit dem Sperma eines Mannes, der den Gendefekt trug. Gleichzeitig schleusten sie die Genschere CRISPR-Cas9 ein. Diese sollte den fehlerhaften Genabschnitt bei Embryonen entfernen, die ihn vom Vater geerbt hatten. Anschließend füllten die Zellen die Schnittstelle von einer funktionierenden Variante. Als Vorlage diente das gesunde Gen der Mutter. Damit war der Defekt behoben.

Bei dieser Methode sind die veränderten Gene später in allen Zellen des Körpers zu finden und werden somit vererbt. Die Forschung berührt damit grundlegende Fragen:

Wie stark dürfen Menschen nicht nur in das Erbgut eines Einzelnen, sondern in das folgender Generationen eingreifen? Welche formen von Erbkrankheiten sind so schlimm, dass sie vor der Geburt behoben werden sollten? Und wenn man Krankheiten verhindert, kann man dann nicht auch das gewünschte einschleusen?

Mitochondriale Gentechnik

Sonntag. 7.2.2016, krone.at: Genmanipulation gegen Erbkrankheiten

USA: Grünes Licht für Kinder dreier Eltern

Washington.- Ein Baby, drei Eltern? Was wie eine Geschichte aus dem Labor von Dr. Frankenstein klingt, soll in den USA bald erlaubt werden. Mütter, die wegen eines Gendefektes Gefahr laufen, kranke Kinder zur Welt zu bringen, dürfen vorbelastete Eizellen mit Genmaterial anderer Frauen "reparieren" lassen ....

Mithilfe der sogenannten "Mitochondriale Gentechnik" werden der zukünftigen Mutter Eizellen entnommen, deren belastende Teile im Labor durch unbelastete Mitochondrien einer gesunden Frau ersetzt und schließlich mit dem Spermien des Mannes zusammengebracht werden. Die befruchtete Eizelle wird dann von einer Leihmutter ausgetragen. "Es geht nicht daraum, Gott zu spielen", wehren sich die Wissenschaftler in ihrem Antrag auf Genehmigung schon vorab gegen die zu erwartende Kritik. Es gehe vielmehr darum, Frauen den Wunsch nach einem gesunden Kind zu erfüllen. Damit würde das Risiko von Missbildungen, Herz- und Hirndefekten bei Babbys, die erst nach der Geburt bemerkt werden, aus der Welt geschafft.

In Großbritannien ist diese Methode schon seit ein paar Monaten erlaubt. Auch die US- Gesundheitsbehörde FDA hat schon grundsätzlich Zustimmung signalisiert. Jedoch will sie das Verfahren bestimmten Vorschriften und Einzelfallentscheidungen unterwerfen, erklärte ein Sprecher.