Frage zur Bestattungsordnung

Sehr geehrte Frau Tegenthoff!

Mein Name ist ..., ich bin Krankenhausseelsorgerin in einer österr. Landesklinik und begleite dort auch immer wieder Eltern, deren Kinder während der Schwangerschaft versterben.

Mir ist ein Mail von Ihnen weitergeleitet worden in dem Sie darauf hinweisen, dass es bei Kindern unter 500 g keines Bestatters bedarf. Heißt das auch, dass Eltern das verstorbene Kind selbst mitgegeben werden könnte und es auch bei der Überführung vom Krankenhaus nach Hause/zum Friedhof keines Bestatters bedarf? Das wäre nämlich eine sehr gute Nachricht, da es mit Bestatter ja doch immer wieder auch ganz schön kostspielig für Eltern werden kann. Wenn dem so ist, wo findet sich die gesetzliche Grundlage dafür? Die zuständige Dame bei der Ö Landesregierung die für das Bestattungswesen zuständig ist, hat gemeint sie wisse davon nichts und könne sich das nicht vorstellen. Meine Erfahrung mit Behörden hat mich mittlerweile aber gelehrt, dass ich da immer nochmals selbst nachrecherchieren muss, weil der zuständigen Amtsperson event. Neuerungen vielleicht noch gar nicht bekannt sind… Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir da weiterhelfen könnten!! Mit freundlichen Grüßen ....

 

21 Mar, 2017 Reaktion von Sternenkind.info:

Danke, das Sie sich an mich gewendet haben.

Schauen wir uns https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrNO&Gesetzesnummer=20000968 mal genauer an. In Wien fehlt, was Nö hat: der Begriff 'Bestattungspflicht' als auch der Hinweis 'Tot- und Fehlgeburten können auch im Rahmen einer Sammelbestattung beigesetzt werden.' In Wien ausgenommen von der Totenbeschau sind: Fehlgeburten unter einer Scheitelsteißlänge von 120 mm (vor der 18. Schwangerschaftswoche).

: Auszugsweise erwähnt - Stand März 2017:

Jede Leiche ist vor der Bestattung der Beschau durch den auf Grund dieses Gesetzes zuständigen Totenbeschauer zu unterziehen. Der Totenbeschau unterliegen auch Totgeburten und Fehlgeburten ohne Rücksicht auf den erreichten Entwicklungszustand.

Jedoch fällt die Entnahme von Material und Leichenteilen zu diagnostischen Untersuchungen und zum Zwecke der Forschung, der Lehre oder der Heilbehandlung nicht unter die Bestimmungen dieses Gesetzes. Leichen dürfen nur in Särgen befördert, aufgebahrt und bestattet werden.

Bei der Versargung der Leichen sind Pietät und Würde zu wahren.

Särge, Sargausstattungen, Sargbeigaben und sonstige Gegenstände müssen aus Materialien bestehen, von denen bei der gewählten Bestattungsart möglichst geringe nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt und keine Gefahren für das Leben und die Gesundheit von Menschen ausgehen. Bei Feuerbestattung ist überdies darauf Bedacht zu nehmen, daß keine Schäden an der Einäscherungsanlage entstehen können.

Die Landesregierung hat durch Verordnung nähere Bestimmungen über die Beschaffenheit von Särgen, Sargausstattungen, Sargbeigaben und sonstigen Gegenständen zu erlassen. Dabei ist auf die Erfordernisse des Umweltschutzes und die verschiedenen Bestattungsarten Bedacht zu nehmen.

Für die Beisetzung einer Urne außerhalb eines Urnenhaines, einer Urnenhalle oder eines Friedhofes ist eine Bewilligung der Gemeinde, in der die Urne beigesetzt werden soll, erforderlich. Die Bewilligung ist zu erteilen, wenn die Person des Antragstellers und die Umstände der beabsichtigten Beisetzung, insbesondere der Beisetzungsort, erwarten lassen, daß die Urne pietät- und würdevoll behandelt wird. Die Urne ist von der Feuerbestattungsanstalt der Person, der die Bewilligung erteilt wurde, gegen Vorlage des Bewilligungsbescheides auszufolgen.

Auf jedem Friedhof ist ein Platz zur Beerdigung von Leichenteilen und abgetrennten menschlichen Körperteilen vorzusehen. Die Beerdigung bzw. Einäscherung solcher Teile darf der Inhaber eines Friedhofes bzw. einer Einäscherungsanlage nicht verweigern. Es ist verboten, solche Teile mit anderen Leichen zusammen zu beerdigen bzw. einzuäschern.

Zur Gewährleistung der Übersicht über die auf einem Friedhof bestatteten Leichen hat der Friedhofsinhaber ein Gräberbuch zu führen. In Verbindung mit dem Gräberbuch ist ein Übersichtsplan über die Lage der Gräber (Grüfte) zu führen.

Steiermark - Auszugsweise erwähnt - Stand März 2017:

Für tot oder fehlgeborene menschliche Früchte besteht Bestattungspflicht, der auch im Rahmen einer Sammelbestattung sowohl in Form von Erdbestattung als auch von Feuerbestattung entsprochen werden kann. Im Übrigen gelten die Bestimmungen des § 17. (Zuführung zur Forschung und Lehrausbildung mit anschließender Bestattungspflicht, z.B. nachdem Angehörige auf das Ihnen vorrangig zustehende Bestattungsrecht im eigenen Auftrag verzichtet haben. Das Anatomische Institut der Medizinischen Universität Graz hat für die Bestattung der von ihm übernommenen Leiche bzw. Leichenteile zu sorgen und die dadurch erwachsenden Kosten zu tragen.)

Bei Auflassung eines Friedhofes ist das Gräberverzeichnis samt Übersichtsplan vom Rechtsträger bzw. deren/dessen Rechtsnachfolger entweder selbst durch mindestens 30 Jahre weiter zu verwahren oder der örtlich zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zur Verwahrung zu übergeben. Auch Verwaltungsstrafen sind erwähnt.

Salzburg - Auszugsweise erwähnt - Stand März 2017: Die Totenbeschau hat sich auch auf Totgeburten und totgeborene Früchte (Fehlgeburten) zu erstrecken. Bei Totgeburten und totgeborenen Früchten (Fehlgeburten) ist der beigezogene Arzt und die beigezogene Hebamme zur Anzeige verpflichtet, ohne Rücksicht darauf, ob die Anzeige bereits von einer anderen Person erstattet wurde oder hätte erstattet werden sollen.

Burgenland - Auszugsweise erwähnt - Stand März 2017: Der Totenbeschau unterliegen auch Totgeburten, nicht jedoch Fehlgeburten im Sinne des § 8 des Hebammengesetzes

Tirol - Auszugsweise erwähnt - Stand März 2017: Die Totenbeschau hat sich auch auf Fehlgeburten und Frühgeburten jeden Alters zu erstrecken. Bei Fehlgeburten hat die Ausstellung einer Totenbescheinigung zu unterbleiben; jedoch ist in jedem dieser Fälle der Bezirksverwaltungsbehörde hievon unter Angabe des Namens der Entbundenen, des Entwicklungsgrades der Frucht sowie unter Namensangabe der beigezogenen Hebamme sowie allenfalls auch des Arztes eine schriftliche Meldung zu erstatten.

Kärnten - Auszugsweise erwähnt - Stand März 2017: Jeder Todesfall ist unverzüglich dem Bürgermeister des Sterbeortes oder, wenn der Sterbeort nicht feststellbar ist, dem Bürgermeister des Fundortes anzuzeigen. Derselben Anzeigepflicht unterliegen Totgeburten. Jede Leiche ist vor ihrer Bestattung einer Beschau durch den Totenbeschauer zu unterziehen. Der Totenbeschau unterliegen auch Totgeburten. Der Totenbeschauer hat die Totenbeschau ehestmöglich, jedenfalls aber binnen 24 Stunden nach Erhalt der Todesfallsanzeige, vorzunehmen. Der Totenbeschauschein ist vom Bürgermeister mindestens 20 Jahre lang aufzubewahren. Jede Leiche und jede Totgeburt sind zu bestatten. Fehlgeburten dürfen bestattet werden. Der Zeitpunkt der Bestattung ist so zu wählen, daß sanitäre Interessen nicht verletzt werden. Die Bestattung darf jedoch nicht vor Ablauf von 36 Stunden nach Eintritt des Todes (der Totgeburt) erfolgen.

Vorarlberg - Auszugsweise erwähnt - Stand März 2017: Eine Leiche im Sinne dieses Gesetzes ist der Körper eines toten Menschen. Eine tote menschliche Frucht gilt ohne Rücksicht auf den erreichten Entwicklungsgrad gleichfalls als Leiche.

Die §§ 12 Abs. 2 und 13 Abs. 2 bis 4 finden auf Leichen keine Anwendung, die nach § 3 Abs. 3 bis 5 für Zwecke der naturwissenschaftlichen oder medizinischen Forschung und Lehre, für Zwecke der Ermittlung von Krankheitsursachen oder für Zwecke der Heilbehandlung einer Einrichtung überlassen wurden, die solchen Zwecken dient. Siehe fixiert in Parafin

 

Eine Ärztin aus Österreich teilte über ihren Klinikalltag Sternenkind.info im Jahr 2016 mit: Tränenreich nehmen Eltern im Krankenhaus Abschied von ihrem während der Schwangerschaft, Geburt oder kurz danach verstorbenen Kind, ohne von sich aus den Wunsch zu einem Begräbnis zu äußern. Daher findet in so einem Fall keine Zuführung zur Totenbeschau > Begräbnis statt, sondern die Zuführung zu Humanem Klinikmüll. Die Ärztin hat es zusätzlich belastet, das darüber niemand redet und ob ich darüber bitte schreiben würde bei jeder sich ergebenden Gelegenheit, was ich hiermit gerne tue. Dem entsprechend wählte ich 2015 meinem Buchtitel aus Ein Chaos im Bestattungsrecht und der Totenfürsorge: wird sichtbar bei verstorbenen Kindern mit oder ohne Sterbeurkunde , denn eine für alle gültige Bestattungspflicht gibt es in Österreich nur dann, wenn der Betroffene die Ausstellung seiner eigenen Geburtsurkunde persönlich erlebt hat.

 

Dr. Fiala arbeitet u.a. in Wien und Salzburg, siehe auch seine Stellungsnahme zu "Fakten helfen", Folgen eines SS - Abbruchs: Gegensätzliche Informationsweitergabe. Sternenkind.info fragte ihn zu den jährlich 35.000 Schwangerschaftsabbrüchen, da diese mehrheitlich in Wien, mehrheitlich in der ersten Schwangerschaftshäflte stattfinden - warum sich diese Zahlen sich nicht in der Urnengruft der Gruppe 35b als Fehlgeburt widerspiegeln? Seine Antwort: Er ist dagegen, für abgetriebene Kinder in der ersten Schwangerschaftshälfte eine Bestattungspflicht einzuführen. Welchen Weg die Leibesfrüchte durch seine Hände Arbeit gehen hat er nicht beantwortet, daher ist durch Ihn die Zuführung von Leibesfrüchten zu Forschung, Transplantationsmedizin und Vermarktung möglich. Jeder Gyn. kann den Abbruch einer Schwangerschaft .... Wenn eine seiner Patientinnen vor dem med. Eingriff ihm persönlich sagt, das Sie Ihr Gewebe mit nach Hause nehmen möchte - zu was auch immer - gibt er ihr Ihr eigenes Gewebe gerne mit. Die Patientin soll dazu selbst ein Gefäss mit Deckel mitbringen. Siehe auch Gedanken zur  Postmortale Menschenwürde und Berichte über illegale Abfallwirtschaft

 

02.03.2017 Weil der amerikanische Präsident die Amerikanischen Steuergelder für Abtreibungseinrichtungen im Ausland eingefroren bzw. ausgesetzt hat. Als Folge davon wurde die Konferenz she desides eingerichtet. Darüber hat z.B. derstandard.at berichtet: She Decides Konferenz will Geld fuer Abtreibungen sammeln. Am 27.2.2017 erhielt Sternenkind.info von Europa Integration Äusseres - Bundesministerium der Republik Österreich folgendes Schreiben

Legaler Schwangerschaftsabbruch ist ein Menschenrecht - Schreiben Sie an Sternenkind.info: Ist dagegen sein sinnvoll?

 

Sternenkind.info sieht in Wien, Burgenland, Kärnten, Tirol und NÖ im Jahr 2017 grundsätzlich gesetzlich nicht die Vorschreibung, das die Einbindung eines Sarges/Bestatters Pflicht ist bei einem unkremierten Begräbnis einer Fehlgeburt im Auftrag der Angehörigen.

 

Teilen wir die Bestattungswünsche im Auftrag der Angehörigen auf: Fangen wir bei den Bestattungswünschen der Angehörigen an: Kremiert oder unkremiert?

Kremiert ist die Einschaltung einer Totenbeschau und eines Bestatters Pflicht wegen der Zuführung zur Feuerhalle, dem Sarg (steht in der Verordnug der Feuerhalle genau beschrieben), aber die Urne mit Asche des Verstorbenen kann von Angehörigen in der Feuerhalle persönlich abgeholt werden ......für Urne können Friedhofsgebühren entfallen, weil die Urne zu Hause - oder im eigenen Garten etc. aufgewahrt werden kann. Dafür ist eine Genehmigung der Gemeinde, der Hausverwaltung notwendig - Mitarbeiter der Feuerhalle helfen den Angehörigen bei der Beantragung. Siehe auch schmuck-kinder-miniurne

 

unkremiert beerdigt

1. Jeder Friedhof hat seine eigene Friedhofsverwaltung. In dieser Friedhofsverwaltung fragen, wer für das Öffnen der Aufbahrungshalle und des Grabes zuständig ist (In Wien - Penzing ist das ein Mitarbeiter der Friedhofsgärtnerei Floristeria Blumenhandlung KG. In der Regel sind Totengräber Angestellte der Friedhofsverwaltung, eines Bestattungsinstituts oder eines Steinmetzbetriebes berichtet Bestattervergleich)

2. In der Friedhofsordnung nachschauen bzw. in der Friedhofsverwaltung nachfragen, ob die Verwendung eines Sarges bei einem unkremierten Begräbnis Pflicht (Vorschrift) ist oder ob ersatzweise auch die Eltern bei einer kleinen Leibesfrucht ein selbst mitgebrachtes Gefäss statt eines Sarges zum Einsatz bringen dürfen. Gefäss zeigen und die Verwendung statt einem Sarg absegnen lassen, bevor die Leibesfrucht hineingelegt wird.

3. Grabplatz: entweder in einem bestehenden Grab, wobei es keiner Verwandtschaft zwischen Grabnutzungsberechtigten und Verstorbenen geben muss. Haben Angehörige keinen Grabplatz, kann ein Angehörigen sich selbst einen Grabplatz zu Lebzeiten .... weitere Alternative: In Wien gibt es extra für Angehörige das Grab für Still Geborene am Penzinger Friedhof 1140 Wien: alles was kleiner als 50 cm Gefäß ist, ist erlaubt. Sarg ist nicht Pflicht, Bestatter ist nicht Pflicht. Die Beschriftung des Grabsteines wird häufig getrennt und unabhängig von einem Begräbnis an dieser Stelle angeboten/ Verrechnet, so kann aus einem Grabstein auch ein Gedenkstein werden. Der Grabnutzungsberechtigte muss mit der Gravur einverstanden sein, darf Schrift und Schriftfarbe vorgeben. Statt Sarg: Das Gefäß sollte umweltfreundlich, leicht verrottbar sein. (z.B. Schatztruhe aus Holz, oder ein Weidenkörbchen mit Deckel. Es darf von Eltern selbst zusammengebastel sein z.B. Schachtel aus Spanholz) Anmeldung und Beratung: blumen-floristeria.at

In Wien sind Fehlgeburten unter 120 SSL von der Totenbeschau ausgenommen, siehe https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrW&Gesetzesnummer=20000276 was etwa der 18. Schwangerschaftswoche entspricht. Damit ist es in Wien auf den ersten Blick jedem Arzt, jeder Hebamme selbst möglich zu entscheiden, ob den Angehörigen die eigene kleine Leibesfrucht persönlich mitgegeben wird. Allerdings hat jedes Krankenhaus auch seine eigenen Gesetze, so dass die Zuführung zur Totenbeschau klinikintern anders geregelt sein kann, ebenso die Einbindung eines Bestatters, etwa das bei einem sozialen Begräbnis immer ein der selbe Bestatter zum Zug kommt.

Im Auftrag der Angehörigen kann an diesen sozialen Grabstellen (Sammelgrabstellen für Fehl- & Totgeburten) grundsätzlich nicht beerdigt werden, nur wenn Angehörige auf das vorrangig Ihnen zustehende Bestattungsrecht verzichten. Beim Begräbnis im Auftrag der Angehörigen kann den Angehörigen ein Grabnachnutzungsrecht angeboten werden für die Zeit nach der Mindestruhezeit, bei einem sozialen Begräbnis nicht.

Was man im Großen nicht kann, soll man im Kleinen nicht unversucht lassen. Adolph Kolping

Wettbewerbsbehörde überprüft Preisdschungel bei Bestattung

 

Geschätzer MitarbeiterIn der Wettbewerbsbehörde www.bwb.gv.at

da sie im Dezember 2016 Umgezogen sind habe ich anschließend veranlasst, das Ihnen ein Buch zum Thema '.Ein Chaos im Bestattungsrecht und der Totenfürsorge: wird sichtbar bei verstorbenen Kindern mit oder ohne Sterbeurkunde' an Ihre neue Adresse zugestellt wird. Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieses Buches. Danke!

 

Geschrieben stand am 1.11.2016: Wettbewerbsbehörde überprüft Preisdschungel bei Bestattung http://www.pressreader.com/austria/kronen-zeitung/20161101/281818578385653

Sie als Wettbewerbebehörde haben versucht alle 544 österr. Bestatter einheitlich zu betrachten. Darin verbirgt sich die erste Fehlerquelle, denn jedes Bundesland hat häufig nur einen einzigen Bestatter, welcher in Kliniken, bei der Polizei, in Altersheimen etc sehr gut verankert ist. Daher gibt dieser die Definitionen und Verhaltensweise vor. Und (meine Beobachtung): niemand ist teurer als er, wenn es um Ausgaben für Begräbnisse im Auftrag der Angehörigen geht.

 

Wer dem Geld folgt, kommt immer zur Wahrheit

 

Das Bestattungrecht im Auftrag der Angehörigen ist laut Rechtsanwalt Mag. Konlechner österreichweit einheitlich geregelt, doch das Armenbegräbnis (im Auftrag des zuständigen Gesundheitsamtes) ist in Landesgesetzen verankert: Österreich hat 9 Bundesländer und dem entsprechen 9 Bestattungsgesetze, an die sich das für dieses Bundesland zuständige Sozial- und Gesundheitsamt zu orientieren hat.

In Österreich wird unterschieden zwischen Menschen, die zu ihren Lebzeiten persönlich die Ausstellung ihrer Anzeige der lebend erfolgten Geburt persönlich erlebt haben, was die Grundlage zur Ausstellung dieser Geburtsurkunde ist und jene während der Schwangerschaft, Geburt und innerhalb der ersten Lebenswoche verstorbenen Kinder, denn laut Hebammengesetz muss Arzt/ Hebamme nicht jedes lebend Geborene Kind dokumentieren und dem Standesamt melden, sondern nur jene Kinder, welche ihre erste Lebenswoche außerhalb des Mutterleibes überlebt haben ...

Wer schweigt, stimmt zu: Daraus ergibt sich: lebend geborene, aber innerhalb der ersten Woche verstorbene Kinder werden durch die Hebamme/ Arzt als still geboren dem Standesamt gemeldet. Gegen diesen Eintrag kann die Mutter sich aussprechen und beim Standesamt einfordern, das ihr lebend geborenes (innerhalb der ersten Lebenswoche verstorbene Kind) tatsächlich gewichtsunabhängig als lebend geboren am Standesamt eingetragen wird.

In Wien gibt es für die Gruppe 35b am Wiener Zentralfriedhof ein mir belang unbekanntes Sondergesetz, ohne das die Gruppe 35b am Wiener Zentralfriedhof nicht mit einem Millionenbetrag eingerichtet und am 6.12.2000 hätte geweiht werden können.

www.krematoriumwien.at bestätigt: Erlaubt ist nur der Bestattung Wien, Erlaubt ist die Sammlung von Fehlgeburten in einem großen einfachen Sarg. Pro Quartal werden 2 - 3 einfache Särge voller 'Fehlgeburten' voll und gemeinsam kremiert, wobei die Asche pro Quartal in eine Urne kommt. Diese Urne wird in der Halle 3 verabschiedet und im Urnenschacht der Gruppe 35b versenkt für die nächsten 30 Jahre, gerechnet ab 2001.

 

Einfache Gräber in der Gruppe 35b sind die einzigen halben Erwachsenengräber, die einzigen Kindergräber in ganz Wien. Außerhalb der Gruppe 35b/ Wiener Zentralfriedhof müssen die Kinder in ein großes Grab, dabei können in halbe Erwachsenengräber Särge bis 140 cm Größe, haben Mitarbeiter des Wiener Zentralfriedhofes mir berichtet.

 

begraebnisstatistik-gruppe-35b: Wenn man die Zahlen und das Leid der Angehörigen, der anderen Bestatter betrachtet, wird zu Gunsten der Bestattung Wien sehr viel Geld verbrannt.

Der einzelne Steuerzahler kann sich nicht wehren, und ich habe den Eindruck: sie als Wettbewerbsbehörde haben selbst keinen Schimmer, keinen Durchblick bei diesem Thema.

 

Nicht Zustimmung, sondern eine neue Widerspruchsregelung kommt:

Österr. Fehlgeburten sollen in Zukunft am österr. Standesamt - nicht pflicht, sondern nur auf Wunsch der Mutter - dokumentiert werden können.

 

Verlautbart wurde auch: die Medizin ist nach der Totenbeschau verpflichtet, jede Fehlgeburt dem Standesamt zu melden, doch die Mutter kann innerhalb einer Frist diesen Eintrag ergänzen oder löschen lassen. Wiener Problem: der Totenbeschau sind nur jene Fehlgeburten zuzuführen, wenn Anschließend ein Begräbnis im Auftrag der Angehörigen angedacht ist.

Für die Zuführung zu einem einfachen Begräbnis benötigt die Bestattung Wien keine Totenbeschau, sondern nur einen Leichenbegleitschein (und der ist laut dzt. Planung nicht in Kopie dem Standesamt zu übermitteln)

 

Behörden behaupten: In jedem Fall hat die Eintragung ins Personenstandsregister keinerlei Auswirkungen auf die Bestattungsgesetze. Es ist aufgrund der förderalen Kompetenzaufteilung bundesgesetzlich gar nicht möglich, hier etwas zu regeln, außer per Verfassungsgesetz (und da müsste der Bundesrat zustimmen)

 

Sternenkind.info sagt: es macht für Angehörige und das Bestattungsrecht einen gewaltigen Unterschied, ob ein lebend geborenes Kind als still geboren oder gewichtsunabhängig als lebend erfolgte Geburt eingetragen wird am Standesamt.

Wie kann ein fairer Wettbewerb unter Bestatter stattfinden, wenn nicht alle Bestatter die gleichen Zugänge haben? Und damit meine ich nicht nur die ungleichen Zugänge zum öffnen einer Trauerhalle, wie Sie es erwähnt haben ...

 

Ich stimme Ihnen zu: die Notsituation der Angehörigen wird schamlos ausgenützt. Beginnen wir bei der Infoweitergabe in der Medizin: dzt. ist die Medizin gesetzlich nicht dazu verbindlich verpflichtet, die Angehörigen zu dem den Angehörigen vorrangig zustehenden Bestattungsrecht zu Informieren (wenn ich da z.B. an Abtreibungsfreudige Ärzte, Künstliche Befruchtung, aber auch alle 'normalen' Geburtenstationen denke.

Es erfolgt fragmemtartig eine Darstellung des Einfachen Begräbnisses (was Pro Bundesland der ein Bestatter für einfache Begräbnisse im Angebot hat in Bezug auf Einfache Begräbnisse und im Auftrag der Angehörigen).

 

Bitte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten: Da jeder Bestatter in ganz Österreich tätig sein darf, soll er dem entsprechend von allen Friedhöfen die Friedhofsgebühren beständig aktuell veröffentlichen? Oder wegen Blumenschmuck: Fällt das nicht unter "Betriebsgeheimnis", mit welchem Floristen der Bestatter zusammenarbeitet?

Wer sagt den Angehörigen, was sie alles selbst - häufig billiger - gestalten können.

 

Sie fordern: hier sollten Bestatter offen legen, mit welchen Gärtner/ Blumenhandel sie zusammenarbeiten und was verrechnet wird. In der Abrechnung erfahren die Angehörigen im nach hinein, wie teuer die Blumen/ der Kranz war. Besser: den Angehörigen bewußt machen, das sie selbst um die Blumen kümmern können, doch selten geht es nur um das aussuchen der Blumen, sondern um den Transport zum Grab.... Friedhofsgärtner fragen: Da das Benützen der Trauerhalle/ Aufbahrungshalle nicht überall kostenfrei ist, sollte auf diese (vermeidbare) Gebühr hingewiesen werden, denn - wenn es die Friedhofsordnung zulässt - kann auch am offenen Grab die Verabschiedung vorgenommen werden.

 

Wie viele Friedhöfe hat Österreich, wo noch unkremierte Beerdigungen oder kremierte Bestattungen stattfinden? Soll jeder Bestatter die aktuelle Friedhofsordnung zur Hand haben bei der Auftragserteilung zu einem Begräbnis?

 

Sie Planen, 2017 die österr. Bestattungsbranche noch einmal zu prüfen. Bessert sich nichts, können Sie sich eine neue Regelung vorstellen, ... Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man tun kann, ist zurück lächeln. http://www.pressreader.com/austria/kronen-zeitung/20161101/

MFG Sternenkind.info